Ultra Mallorca Serra de Tramuntana

Mein erster Ultralauf über 100 Kilometer und gleichzeitig der Saisonhöhepunkt war der Ultra Mallorca Serra de Tramuntana. Es ist ein Gebirgszug im Nordwesten von Mallorca, im Jahr 2011 erklärte die UNESCO die Serra de Tramuntana zum Weltkulturerbe.

UMSDT 2013

Kurzform: ein Gebirgs- Ultralauf über 105 Kilometer und 4034 Höhenmetern.

Start in Andratx, Estellencs, Port des Canonge, Valldemossa, Deia´, Soller, Cuber, Lluc, Ziel in Pollenca. Die Verpflegungsstellen in den Orten sind gleichzeitig Kontrollpunkte mit Schließungszeiten.

Organisation: Anmeldung etwas schwierig, Preis – Leistung stimmt, Auszeichnung der Strecke ist optimal, Verpflegung gut, Eigenverpflegung angebracht. Das verpflichtende Mitführen von z. b. Regenjacke, Handy, Wärmedecke usw. wurde vom Orga nicht überprüft.

Sehenswürdigkeiten: Von den Orten haben wir nichts gesehen, dafür grandiose Landschaften…wenn dazu Zeit war. Meistens musste ich auf die Laufstrecke achten, so konnte ich kaum Fotos machen, der Zeitdruck war gewaltig.

Finisher: In 24 Stunden ist der Lauf zu schaffen, wenn man den Mut und die Nerven nicht verliert. Dazu gehören einige Begleiter mit dem gleichen Ziel. Ich hatte das Glück das ich mit Bernd ab ca. die Hälfte des Rennens immer ein Mitstreiter hatte.

Resultat: 23:39:23 Stunden, Platz 369 von 595 Startern (385 im Ziel)

 

 

Die Vorbereitung:

Lief alles andere als gut, kaltes Winterwetter und zwei längere Erkältungen ließen nur wenige Vorbereitungskilometer zu. Dazu ein vorzeitig beendeter Marathon und ein Sturz nagten am Ego. Erst mit dem letzten Vorbereitungslauf, den 1.PUM, keimte wieder Hoffnung auf.

 

Die Tage vor dem Start:

Zur Temperaturanpassung flog ich einige Tage vor dem Start nach Mallorca. 2 Tage totale Ruhe am Strand und Pool bei 25 C° waren jetzt ganz wichtig. Keinen Sonnenbrand, keine Aufregung, gesunde Ernährung und viel schlafen bestimmten den Tag.

Mallorca 2013

Tag vor dem Start:

Wie sollte ich diesen Tag gestalten. Freitags spät aufstehen, beim Frühstück stellte sich schon eine gewisse Unruhe ein. Ein bisschen Pool, der Mittagsschlaf wollte nicht gelingen. Um 17:00 Uhr war ein Briefing angesetzt, das der Veranstalter aber kurzfristig absagte. Der Bus zum Start sollte um 20:30 Uhr vom Eventhotel abfahren, hier wurde kurzfristig auf 21:00 Uhr um geplant.

Der Start:

Der Bus brachte uns zur Sporthalle nach Andratx. Die Startnummer abholen war ein wenig umständlich. Die Beschriftungen der Umkleidesachen, anbringen der drei Transponder war vorbildlich. In der Halle herrschte vom Stimmengewirr eine riesige Lautstärke, also raus aus der Halle.

Andratx Start 2013Dort traf ich einige bekannte, Laura, Peer und Bernd. Wir sollten den kommenden Tag teilweise gemeinsam verbringen. Der gemeinsame Gang zur Startlinie mit 595 Startern um 24:00 Uhr war schon gewaltig. Jeder hatte seine Stirnlampe und die rote Rückleute am Rucksack an.

Gang zum Start in Andratx

Der Lauf:

Zum Einlaufen ging es aus Andratx erst einmal gerade aus, dann aber auf 400 Meter langsam hoch. Anschließend wieder abwärts, bevor wir über eine Schotterpiste mit großen Felssteinen auf über 800 Metern geschickt wurden. Als ich irgendwann oben angekommen bin machte ich mir die ersten Gedanken darüber, „Was machst du hier eigentlich“.  Das erste Ziel ist der Ort Estellencs, 19,7 km entfernt von Andratx. Die Cutzeit war für mich 3:47 Stunden, die ich im Vorfeld klar unterbieten wollte. Damit wurde aber nichts und hier begann der eigentliche „Stress“ mit den vorgegebenen Zielzeiten vom Veranstalter. Erreicht man die Verpflegungsstelle nicht in der angegebenen Zeit ist das Rennen beendet, da die Zeitnahme abgebaut wurde.

Verpflegungsstation Also rein in der Verpflegungsstation, ein Becher Cola, Nüsse, Rosinen oder irgendetwas essen, Rucksack mit Wasser auffüllen und weiter nach das 16,3 Km entfernte Port des Canonge.

Es wird langsam hell.Es wurde langsam heller, bis jetzt habe ich mich hauptsächlich an irgendwelchen Laufgruppen gehangen um den Lichtkegel mehrere Lampen und Füße der Vorderläufer zu nutzen.

Nach Valldemossa

Verpflegung ValldemossaUnser nächstes Ziel ist Valldemossa, nur 9,4 km entfernt, es sind aber fast 500 Höhenmeter zu überwinden.

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Schnell ein BildVon Valldemossa ging es über super, steile Serpentinen auf knapp 1000 m hoch und anschließend rasant hinunter auf 100m nach Deia`.  Mit einem Endspurt im Ort erreichten wir die vorgegebene Ziel Zeit sehr knapp.

Nudelessen in DeilaHier habe ich mir erst einmal Zeit zum Nudelessen genommen bevor es weiter nach Soller ging. Nächstes Ziel war Cuber 9,5 km entfernt aber 842 Höhenmeter zu überwinden. Es waren schier endlose Steintreppen aus Felsstücke zu überwinden, der Glaube das nächste Ziel zu erreichen schwand gewaltig. Der Spruch von Frank, ALTER SCHWEDE, fiel mir ein – wieso bloß!.

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WegweiserGipfelkreuzErst als der Font des Nogyer überwunden war kam wieder Hoffnung auf. Cuber sehr, sehr knapp erreicht, so als allerletzter in der Zeitwertung riskierten wir auf dem nächsten Stück nach Lluc einiges.

1200m, jetzt bergabDie höchste Erhebung mit über 1200 m musste überwunden werden. Ich nahm ich mir zum letzten Mal 10 Sekunden Zeit für ein Foto, anschließend wurde nur noch gekämpft. Die Füße schmerzten, ein ganz neues Problem für mich. Lluc wurde rechtzeitg erreicht und jetzt wollten wir die letzten 17,2 km zeitlich schaffen. Um 23:39:23 Stunden erreichten wir glücklich und gesund das Ziel in Pollenca. Nur meine Füße waren nicht so glücklich und sind bis heute immer noch beleidigt.

 

2 Antworten auf „Ultra Mallorca Serra de Tramuntana“

  1. Helmut, Helmut ………. ich verbeuge mich mal ganz tief und ziehe meinen hut !!!!!!! GANZ GANZ großer Sport ……… Hammer Leistung, RESPEKT!

    „An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine Kraft, sondern seinen Charakter. ;-)“

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